Vallaboden - Saisonabschluss für Alpinski

Alpinski im Sommer lagern - so schützt du Belag und Stahlkanten

Nach dem letzten Skitag wird der Belag nach Bedarf gereinigt, die Stahlkanten werden getrocknet und die gesamte Unterseite erhält eine schützende Wachsschicht. Hier findest du einen klaren Ablauf mit traditionellem Schutzwachs und einer Alternative ohne Wachsbügeleisen.

Alpinski Ca. 10 Minuten Lesezeit Aktualisiert August 2026
Die Grundregel von Vallaboden Stelle die Ski trocken und sauber weg, lasse eine schützende Wachsschicht auf dem gesamten Belag und achte darauf, dass die Stahlkanten frei von Feuchtigkeit und aktivem Rost sind.
TrocknenDer gesamte Ski, die Bindung und die Stahlkanten müssen trocken sein.
ReinigenZuerst bürsten und nur bei Bedarf nass reinigen.
SchützenFestes Schutzwachs oder BPL auf dem gesamten Belag belassen.
LagernTrocken, dunkel und ohne starken Druck auf das Skipaar.

Nach der letzten Abfahrt

Vier Dinge vor der Sommerpause erledigen

Das Grundprinzip ist einfach: Belag reinigen und eine schützende Wachsschicht darauf lassen. Hier kümmern wir uns auch um Stahlkanten, Bindungen und die Lagerumgebung.

Ein vollständig trockener Ski

Zuerst Feuchtigkeit und Frühjahrsschnee entfernen

Lass die Ski offen bei Raumtemperatur trocknen. Trockne Oberseite, Unterseite, Stahlkanten und Bindungen, bevor du reinigst oder wachst.

Schließe feuchte Ski nicht in einer Skitasche oder Dachbox ein.
Sauberer Belag

Nach Bedarf reinigen - nicht aus Gewohnheit

Bürste zuerst. Verwende Gleitwachsreiniger bei verbleibendem Schmutz und ziehe nur dann heiß ab, wenn der Belag deutlich tiefer verschmutzt ist.

Ein intakter Belag braucht nicht mehr Lösemittel als nötig.
Trockene Stahlkanten

Rost und Grate vor der Lagerung behandeln

Trockne den Stahl, prüfe die Kanten bei gutem Licht und poliere Flugrost oder kleine Grate mit einem Diamantschleifstein weg. Tiefer Rost oder Schäden erfordern eine umfassendere Entscheidung.

Ändere den Kantenwinkel nicht allein deshalb, weil die Ski eingelagert werden.
Über Schäden entscheiden

Notieren, was repariert werden muss

Prüfe Kratzer, Spiel, Bremsen und sichtbare Schäden. Repariere jetzt oder notiere klar, was vor dem nächsten Winter erledigt werden muss.

Was dir im April auffällt, ist leicht vergessen, wenn der Schnee zurückkommt.

Vor der Behandlung prüfen

Sechs Entscheidungen bestimmen den nötigen Aufwand

Lege den Ski bei gutem Licht stabil auf und wähle die schonendste Methode, die ihn sauber, trocken und gut geschützt hinterlässt.

Ist der Ski vollständig trocken?

Feuchtigkeit unter dem Wachs oder an der Bindung muss verschwinden, bevor der Ski behandelt, zusammengebunden oder eingelagert wird.

Ist der Belag nur staubig?

Dann können Bürsten und Abwischen ausreichen. Nassreinigung ist erst nötig, wenn Schmutz und alte Rückstände bleiben.

Gibt es Flugrost oder Grate?

Poliere leicht mit einem geeigneten Diamantschleifstein. Tiefe Schäden und starker Rost gehören in einen umfassenderen Kantenservice.

Gibt es Kratzer oder trockene Stellen?

Kleine Spuren kannst du dokumentieren. Tiefe Schäden, lose Späne oder eine zerstörte Struktur sollten vor der Schutzschicht repariert werden.

Muss der Ski heiß abgezogen werden?

Das ist sinnvoll, wenn das Reinigungswachs weiterhin verfärbt herunterkommt. Überspringe den Schritt, wenn der Belag bereits sauber ist.

Sind Oberseite und Bindung sauber?

Wische Salz, Schmutz und Wachsreste ab. Prüfe auf sichtbare Schäden, ohne Bindungseinstellungen auf gut Glück zu verändern.

Sommerlagerung Schritt für Schritt

In neun Schritten vom letzten Skitag zum geschützten Ski

Arbeite ruhig und halte Reinigungstücher, Bürsten und Kantenwerkzeuge sauber. Verzichte auf Tiefenreinigung, wenn der Ski bereits in gutem Zustand ist.

  1. Die Ski bei Raumtemperatur trocknen lassen

    Wische nach der letzten Fahrt Schnee, Wasser und sichtbaren Schmutz ab. Lass die Ski offen stehen, bis Belag, Stahlkanten, Bremsen und Bindungen vollständig trocken sind.

    Beginne nicht mit der Reinigung eines kalten Skis, an dem sich noch Kondenswasser bildet.
  2. Oberseite, Seiten und Bindungen reinigen

    Wische Schmutz und Wachsreste von der Oberseite ab. Prüfe Bremsen, Schrauben und sichtbare Schäden, ohne die Sicherheitseinstellungen der Bindung eigenständig zu verändern.

    Notiere, was in der Werkstatt oder vor der ersten Abfahrt geprüft werden muss.
  3. Skibremsen während der Arbeit hochbinden

    Verwende kräftige Gummibänder oder Bremsenhalter, damit du den gesamten Belag erreichst. Prüfe vor dem Bürsten, Abziehen oder Wachsen den sicheren Sitz.

    Entferne die Bänder nach der Arbeit. Die Bremsen sollen nicht den ganzen Sommer hochgebunden bleiben.
  4. Belag bürsten und beurteilen

    Bürste von der Spitze zum Skiende und wische losen Staub ab. Prüfe Struktur, trockene Stellen, Kratzer und frühere Reparaturen, bevor du die Reinigungsintensität wählst.

    Gutes Licht hilft, Schmutz von einem tatsächlichen Belagsschaden zu unterscheiden.
  5. Den Belag mit passender Intensität reinigen

    Verwende Gleitwachsreiniger bei verschmutztem Belag. Bei tiefer sitzendem Schmutz kannst du ein weiches Reinigungswachs einbügeln und noch warm abziehen. Wiederhole nur so lange, bis das Wachs sauber herunterkommt.

    Base Cleaner für Hartwachs und Klister sollte nicht als allgemeiner Reiniger für Alpinskibeläge verwendet werden.
  6. Stahlkanten prüfen und polieren

    Trockne den Stahl und entferne Flugrost oder kleine Grate mit einem angefeuchteten Diamantschleifstein. Folge dem vorhandenen Winkel mit leichtem, gleichmäßigem Druck.

    Starker Rost, größere Einschläge und veränderte Geometrie gehören in einen vollständigen Kantenservice.
  7. Kratzer und andere Schäden beurteilen

    Entferne lose Späne und entscheide, ob ein Schaden bleiben kann, zu Hause repariert wird oder in die Werkstatt gehört. Größere Reparaturen oder Steinschliff erfolgen am besten vor der Schutzschicht.

    Notiere die Entscheidung, damit ein aufgeschobenes Problem im November keine Überraschung wird.
  8. Den gesamten Belag schützen

    Wähle festes Gleitwachs zum Einbügeln oder ein ausdrücklich als flüssiger Lagerschutz vorgesehenes Produkt. Bedecke den gesamten Belag gleichmäßig von der Spitze bis zum Skiende und befolge die Produktanleitung.

    Eine dicke, ungleichmäßige Schicht macht mehr Arbeit, schützt aber nicht automatisch besser.
  9. Schutzschicht belassen und Ski einlagern

    Festes Schutzwachs bleibt unabgezogen und ungebürstet. BPL lässt du trocknen und ebenfalls darauf. Entferne die Bremsgummis, beschrifte das Skipaar und lagere es trocken, dunkel und geschützt vor Staub, großer Hitze und Feuchtigkeit.

    Im Winter ziehst und bürstest du den Schutz ab, bevor du das Wachs für den Tag aufträgst.

Zwei bewährte Schutzmethoden

Heiß aufgetragenes Schutzwachs oder BPL ohne Bügeleisen

Beide Methoden hinterlassen eine Schutzschicht auf dem Belag. Wähle die Methode, die du sauber, gleichmäßig und nach Produktanweisung umsetzen kannst.

Traditionelle Methode

Festes Gleitwachs unabgezogen lassen

Bügle eine gleichmäßige Schicht festen Gleitwachses über den gesamten Belag. Halte das Bügeleisen in Bewegung und beachte die empfohlene Wachstemperatur. Lass den vollständig bedeckten Ski abkühlen und lagere ihn ohne Abziehen oder Bürsten.

  • Bietet zuverlässigen Schutz vor Staub und Austrocknung.
  • PS6 oder ein geeignetes Base-Prep-Wachs kann gemäß Produktempfehlung verwendet werden.
  • Erst abziehen und bürsten, wenn du die Ski zur nächsten Saison wieder hervorholst.
Ohne Wachsbügeleisen

Base Protection Liquid auf dem Belag trocknen lassen

BPL wurde für Lagerung und Transport entwickelt. Trage eine dünne, gleichmäßige Schicht auf den gesamten Belag auf, lass sie trocknen und belasse den Schutz bis zum nächsten Einsatz.

  • Praktisch, wenn Wachsbügeleisen oder vollständiger Wachsplatz fehlen.
  • Bei Raumtemperatur auftragen und die angegebene Trockenzeit einhalten.
  • Die Schicht mit Abziehklinge und Bürsten nach der Produktanleitung entfernen.
Sauberer Belag

Heißabziehen überspringen

Ist die Oberfläche nach Bürsten oder milder Gleitwachsreinigung sauber, kannst du direkt die Schutzschicht auftragen.

Tief sitzender Schmutz

Mit weichem Reinigungswachs heiß abziehen

Einbügeln und noch warm abziehen. Nur so lange wiederholen, bis das abgezogene Wachs keinen sichtbaren Schmutz mehr mitnimmt.

Trockener oder beschädigter Belag

Zuerst reinigen, beurteilen und reparieren

Eine Schutzschicht behebt keine tiefen Kratzer oder zerstörte Struktur. Erledige notwendige Werkstattarbeiten vor der Sommerpause.

Der zusätzliche Schritt für Alpinski

Stahlkanten müssen trocken, glatt und frei von aktivem Rost sein

Die Sommerlagerung ist eine gute Gelegenheit, Probleme zu erkennen. Sie ist aber kein Grund, Winkel zu verändern oder mehr Stahl als nötig abzutragen.

Vorsichtig arbeiten

Den vorhandenen Winkel erhalten

Bei leichtem Flugrost und kleinen Graten reichen oft ein befeuchteter Diamantschleifstein und einige kontrollierte Züge in einer Feilenführung. Trockne den Stahl anschließend gründlich.

Wichtig: Verwende aggressives Feilen nicht als Standardschritt vor dem Sommer. Tiefer Rost, größere Einschläge oder unbekannte Winkel sollten als eigener Kantenservice beurteilt werden.
  1. Die gesamte Kante trocknen und prüfen

    Prüfe besonders unter der Bindung und nahe den breitesten Stellen des Skis, wo Feuchtigkeit und Grate leicht übersehen werden.

  2. Leichten Flugrost entfernen

    Verwende einen geeigneten Diamantschleifstein mit leichtem Druck und folge dem vorhandenen Winkel. Wische anschließend sauber.

  3. Kleine Grate wegpolieren

    Eine glatte Kante lässt sich leichter schützen und setzt weniger leicht neuen Rost an als eine Kante mit beschädigten, aufstehenden Stellen.

  4. Größere Schäden fachgerecht beheben lassen

    Ist die Kante gerissen, stark verrostet oder deutlich verformt, darf sie nicht unter einer Lagerschicht versteckt werden.

Der richtige Platz zwischen den Saisons

Trocken, dunkel und ohne unnötige Belastung

Gutes Wachsen hilft nicht, wenn das Skipaar anschließend den ganzen Sommer feucht, heiß oder stark zusammengedrückt liegt.

Eine trockene, stabile Umgebung wählen

Lagere die Ski geschützt vor Feuchtigkeit, großen Temperaturschwankungen und direkter Sonne. Ein trockener Abstellraum ist besser als ein feuchter Keller oder eine heiße Dachbox.

Die Ski ohne Zwang lagern

Die Ski können stehen oder liegen, solange sie nicht gebogen oder gegen harte Punkte gedrückt werden. Verwende weiche Skibänder und ziehe das Paar nicht fest zusammen.

Bremsen lösen und Haltebänder entfernen

Entferne Gummibänder und Bremsenhalter nach dem Wachsen. Ändere die DIN-Einstellung der Bindung nicht ohne Fachkenntnis und Herstelleranleitung.

Checkliste vor dem Einlagern

  • Belag, Oberseite, Bindungen und Stahlkanten sind vollständig trocken.
  • Der Belag ist so weit ausgebürstet und gereinigt, wie sein Zustand es erfordert.
  • Flugrost und kleine Grate sind entfernt oder dokumentiert.
  • Für Kratzer, Spiel und andere Schäden ist klar entschieden, was zu tun ist.
  • Der gesamte Belag ist mit festem Schutzwachs oder getrocknetem BPL bedeckt.
  • Bremsenhalter sind entfernt und das Skipaar für den nächsten Winter beschriftet.
  • Der Lagerort ist trocken, dunkel und vor großer Hitze geschützt.
  • Die Ski stehen oder liegen ohne starke Kompression oder Biegung.

Produkte für den Arbeitsablauf

Mit den richtigen Werkzeugen reinigen, prüfen und schützen

Hier findest du Produkte für Reinigung, Kantenpflege und Schutz vor der Lagerung. Wähle nur die Produkte, die du für deine Methode tatsächlich brauchst.

Häufige Fragen

Fragen zur Sommerlagerung von Alpinski

Antworten zu Schutzwachs, Stahlkanten, Bindungen und Lagerung zwischen den Saisons.

Nein. Bürste und prüfe zuerst. Heißabziehen ist sinnvoll, wenn der Belag deutlich tiefer verschmutzt ist oder das Reinigungswachs weiterhin verfärbt herunterkommt. Bei einem bereits sauberen Belag kann nach leichter Reinigung direkt die Schutzschicht folgen.

Ein besserer Start im nächsten Winter

Eine halbe Stunde im Frühjahr spart einen ganzen Abend, wenn der Schnee kommt

Das Wichtigste ist nicht, möglichst viele Arbeitsschritte zu machen, sondern einen trockenen und dokumentierten Ski wegzustellen, bei dem Belag und Stahlkanten ordentlich geschützt sind.

Wenn der nächste Winter kommt, solltest du die Schutzschicht abziehen und ausbürsten, die Kanten kontrollieren und direkt mit dem Wachs des Tages weitermachen können, ohne zuerst den Schmutz oder Rost vom vergangenen Frühjahr beseitigen zu müssen.

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